Homöopathie

Die Fachrichtung Homöopathie des IKOM vermittelt im Bereich Lehre den Studierenden die grundlegenden Prinzipien der Homöopathie, damit diese in der Lage sind, als ausgebildete Ärzte Fragen und Anliegen ihrer Patienten zu dieser Methode beantworten zu können. Im Bereich Forschung werden die üblichen wissenschaftlichen Forschungsmethoden angewendet, um in der  Versorgungsforschung die Frage der Nutzung von Komplementär- und Alternativmedizin und die Anliegen bei der Nutzung in verschiedenen Patienten- und Berufsgruppen und in der klinischen Forschung die homöopathische Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit/ohne Hyperaktivität zu evaluieren. Die Dienstleistungen für die Bevölkerung umfassen eine ambulante Sprechstunde und einen Konsiliardienst für stationäre Patienten im Inselspital und der Kinderklinik.

Eine homöopathische Behandlung ist eine individuelle Therapie, die in der Regel nach den Vorgaben der Klassischen Homöopathie nach Hahnemann [1] erfolgt und folgendermassen definiert werden kann:

Klassische Homöopathie ist eine seit 200 Jahren angewandte medizinische Behandlungsmethode, bei der den Patienten aufgrund der Gesamtheit der charakteristischen Symptome potenzierte Einzelmittel verabreicht werden mit dem Ziel, die natürliche Selbstheilungskraft des Organismus anzuregen und zu unterstützen. Die Wahl des individuellen homöopathischen Arzneimittels erfolgt nach der Ähnlichkeitsregel.

Die nach Entfernung einer allfälligen behebbaren Ursache verbleibenden Beschwerden, das heisst alle Abweichungen vom gesunden Zustand, die der Patient selber wahrnimmt oder die die Umstehenden und der Arzt an ihm wahrnehmen und beobachten, sind Ausdruck einer Störung und Schwächung der so genannten Lebenskraft. Diese Symptome bezeichnet man als die Gesamtheit der charakteristischen Symptome eines Patienten. Diese Symptome umfassen nicht nur die Krankheit/Diagnose nach den Kriterien der konventionellen Medizin, sondern alle Veränderungen der körperlichen, psychischen und emotionalen Ebenen.

Die Ähnlichkeitsregel besagt, dass dem Patienten dasjenige homöopathische Arzneimittel verabreicht werden soll, das seinem Zustand am ähnlichsten ist.

In der Klassischen Homöopathie werden vorwiegend Einzelmittel verschrieben. Mischpräparate aus verschiedenen Einzelmitteln (Komplexmittel) werden nicht verwendet.


1 Hahnemann, S: Organon 6 der Heilkunst. Verlag Peter Irl, Buchendorf 2007


Hier finden Sie ausführliche Informationen:

Fähigkeitsausweis FMH bzw. Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF: Klassische Homöopathie SVHA

Die Vermittlung der Grundlagen gemäss Fähigkeitsprogramm Homöopathie SVHA wird neu in vier Modulen über zwei Jahre durch die SVHA Academy organisiert und durchgeführt.

Die Module können einzeln gebucht werden und müssen nicht der Reihenfolge entsprechen.

Voraussetzung für den Beginn mit den Modulen ist jedoch zwingend der Einführungstag, der mehrmals jährlich abgehalten wird.

Die einzelnen Module bestehen aus einem Wochenende, einem Ganztageskurs sowie einem regionalen Angebot (einen ganzen Tag oder zwei Abende) und der entsprechenden Vor- und Nachbereitungshausaufgaben, die kontrolliert und testiert werden.

Der Kurs steht neben ÄrztInnen auch TierärztInnen, Zahnärztinnen und ApothekerInnen sowie Studierenden dieser Fächer offen.

Nächste Termine

Einführungstag: 30. April 2016 oder 24. September 2016 im Hotel Kreuz in Solothurn

Modul 1: 5./6. November 2016 und 26. November 2016  im Hotel Kreuz in Solothurn plus regionaler Tag (ev. durchgeführt als zwei Abendveranstaltungen).

Supervision Klassische Homöopathie

Die regelmässigen Fallbesprechungen des Homöopathie-Teams des IKOM stehen allen Interessierten offen, die eine Grundausbildung in Klassischer Homöopathie abgeschlossen haben.

Ort: Institut für Komplementärmedizin IKOM
Zeit: jeden 3. Dienstag im Monat von 17.45 - 19.00
Kosten: CHF 200.- pro Jahr

Weitere Informationen und Anmeldung: martin.frei@ikom.unibe.ch

Bücher

  • Teut M, Dahler J, Lucae Ch, Koch U: Kursbuch Homöopathie. Elsevier Urban & Fischer, München, 2008
  • Bleul G (Hrsg.): Homöopathische Fallanalyse. Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, 2012
  • Spring Beat, Verlaufsbeurteilung in der Homöopathie, Karl F. Haug Verlag, Stuttgartt, 2009

Klinische Studien und Übersichtsarbeiten

  • Hahn RG. Homeopathy: meta-analyses of pooled clinical data. Forsch Komplementmed. 2013;20(5):376–81. doi:10.1159/000355916.
  • Linde K, Clausius N, Ramirez G, Melchart D, Eitel F. Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? A meta-analysis of placebo-controlled trials. Lancet, The. 1997;350(1):834–43.
  • Shang A, Huwiler-Müntener K, Nartey L, et al. Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. Lancet. 2005;366(9487):726–32.
  • Lüdtke R, Rutten ALB. The conclusions on the effectiveness of homeopathy highly depend on the set of analyzed trials. J Clin Epidemiol. 2008;61(12):1197–204. doi:10.1016/j.jclinepi.2008.06.015.
  • Rutten AL, Stolper CF. The 2005 meta-analysis of homeopathy: the importance of post-publication data. Homeopathy. 2008;97(4):169–77. doi:10.1016/j.homp.2008.09.008.
  • Frei H, Everts R, von Ammon K, et al. Homeopathic treatment of children with attention deficit hyperactivity disorder: a randomised, double blind, placebo controlled crossover trial. Eur J Pediatr. 2005;164(12):758–67. doi:10.1007/s00431-005-1735-7.
  • Frass M, Linkesch M, Banyai S, et al. Adjunctive homeopathic treatment in patients with severe sepsis: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial in an intensive care unit. Homeopathy. 2005;94:75–80. doi:10.1016/j.homp.2005.01.002.
  • Frass M, Dielacher C, Linkesch M, et al. Influence of potassium dichromate on tracheal secretions in critically ill patients. Chest. 2005;127(3):936–41. doi:10.1378/chest.127.3.936.
  • Jäger T, Scherr C, Shah D, et al. Use of homeopathic preparations in experimental studies with abiotically stressed plants. Homeopathy. 2011;100(4):275–287. doi:10.1016/j.homp.2011.05.008.